SelbstBEWUSST leben

Ein Gastbeitrag zum Jahreswechsel von Susanne van Vorst*

Konfetti für alle

Wir alle kennen das: Das Jahr geht zu Ende und wir ziehen Bilanz. Wir fragen uns: »Habe ich so gelebt, wie ich das wollte? Habe ich mein Leben so gestaltet, dass es mir entspricht? Habe ich mich getraut, mein Leben in die eigene Hand zu nehmen, oder habe ich mich den Erwartungen und Vorstellungen anderer gebeugt, damit ich mir ihrer Anerkennung und Liebe sicher sein konnte?«

Das mit den Erwartungen ist ja so eine Sache: Wir wollen wahrgenommen, gesehen und geliebt werden. Wir verbiegen uns, weil wir es allen recht machen wollen, gehen Kompromisse ein oder kehren unsere eigenen Bedürfnisse »unter den Teppich«, weil wir glauben, dass wir dann besser, liebenswerter oder wertvoller sind.

Dabei beschleicht uns nicht selten das Gefühl, uns selbst nicht wirklich gerecht zu werden, und Unzufriedenheit und ein Nicht-Erfülltsein breiten sich aus. Wir merken, dass  wir uns immer fremdbestimmter fühlen und an unserem eigenen Leben irgendwie vorbeileben.

Um selbstbestimmt leben zu können, ist es hilfreich, wenn wir unsere eigenen Wünsche und Bedürfnisse ernst nehmen und uns von »Man sollte …«-, »Man müsste …«-, »Das darf man nicht …«-Ideologien befreien.

Wenn wir selbstBEWUSST und selbstbestimmt die Verantwortung für unser eigenes Leben übernehmen, müssen wir Glück und Anerkennung nicht mehr im Außen suchen und können unser Leben so gestalten, dass es zu uns passt. Wir können uns so zeigen, wie wir wirklich sind, und unserem Selbst in unserem Leben den Stellenwert geben, der ihm zusteht, und erreichen so einen hohen Grad an Lebensqualität und persönlicher Erfüllung.


Als ich mich selbst zu lieben begann,

habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,

zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin

und dass alles, was geschieht, richtig ist –

von da an konnte ich ruhig sein.

Heute weiß ich: Das nennt man Vertrauen.

 

Als ich mich selbst zu lieben begann,

konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid

nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.

Heute weiß ich: Das nennt man authentisch sein.

Als ich mich selbst zu lieben begann,

habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen

und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Aufforderung zum Wachsen war.

Heute weiß ich: Das nennt man Reife.

 

Als ich mich selbst zu lieben begann,

habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben

und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.

Heute mache ich nur das, was mir Spaß und Freude macht,

was ich liebe und was mein Herz zum lachen bringt,

auf meine eigene Art und Weise und in meinem Tempo.

Heute weiß ich: Das nennt man Ehrlichkeit.

 

Als ich mich selbst zu lieben begann,

habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,

von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen

und von allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.

Anfangs nannte ich das »gesunden Egoismus«.

Aber heute weiß ich: Das ist Selbstliebe.

 

Als ich mich selbst zu lieben begann,

habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen,

so habe ich mich weniger geirrt.

Heute habe ich erkannt: Das nennt man Demut.

 

Als ich mich selbst zu lieben begann,

habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben

und mich um meine Zukunft zu sorgen.

Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo Alles stattfindet,

so lebe ich heute jeden Tag und nenne es Bewusstheit.

 

Als ich mich selbst zu lieben begann,

da erkannte ich, dass mich mein Denken

armselig und krank machen kann.

Als ich jedoch meine Herzenskräfte anforderte,

bekam der Verstand einen wichtigen Partner.

Diese Verbindung nenne ich heute: Herzensweisheit.

 

Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,

Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,

denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander

und es entstehen neue Welten.

Heute weiß ich: Das ist das Leben.

 

(Charlie Chaplin an seinem 70. Geburtstag am 16. April 1959)


* Susanne van Vorst ist Coach für berufliche Weiterentwicklung und Mediatorin. Sie arbeitet seit Jahren erfolgreich mit Führungskräften und Selbstständigen zusammen, berät Unternehmen in Personalfragen und gibt Seminare in Deutschland und der Schweiz. Infos unter: www.svorst.de

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