Zitat der Woche – KW 41

»Damals sagte ich zu meiner Frau: ›Ich werde ein ganz gefährliches Experiment beginnen. Ich werde für das Publikum schreiben, und ich werde so schreiben, dass alle verstehen, was ich meine.‹«

(Marcel Reich-Ranicki)

Ein hervorragender Plan, findet ihr nicht? Und im Grunde gilt das doch fürs Reden genauso wie fürs Schreiben. Schon im Studium hab ich mich immer und immer wieder über die Professoren geärgert, die sich dermaßen verschraubt ausgedrückt haben, dass sie eigentlich einen Übersetzer gebraucht hätten. Genauer gesagt begann das mit dem Ärgern sogar erst im dritten oder vierten Semester. Bis dahin hab ich mich einfach nur sehr dumm gefühlt. Denn ich war blind davon ausgegangen, dass meine Kommilitonen jedes Wort unserer Dozenten verstehen – weil die meisten von ihnen aber auch immer so wissend genickt haben, die Heuchler! Viel schlimmer waren aber diejenigen, die versucht haben, es den Professoren gleichzutun und sich selbst bei den inhaltlich simpelsten Aussagen in Fremdwörtern und Fachbegriffen verheddert haben. Albern. Insofern: Gut gedacht, Marcel Reich-Ranicki! Und meiner Meinung nach auch gut gemacht.

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